Gesunde Süßungsmittel

Kokosblütenzucker

Bekannt geworden ist er, weil er einen so niedrigen glykämischen Index hat, dass er sogar für Diabetiker geeignet ist. Lebensmittel mit einem hohem glykämischen Index verursachen einen Anstieg des Blutzuckerspiegels innerhalb kürzester Zeit und einen anschließenden starken Abfall des selbigen. Das wiederum führt zu erneutem Hunger und damit zwangsläufig zu einer Gewichtszunahme, wie das bei normalen Haushaltszucker der Fall ist. Kokosblütenzucker wird aus dem Nektar der Blütenknospe einer bestimmten Kokospalmenart hergestellt und ist obendrein noch reich an Mineralstoffen.

Kokosblütenzucker ist braun, schmeckt leicht süß nach Karamell und hat eine kräftige Note. Für Salate ist er genauso geeignet wie zum Backen, Kochen und Karamellisieren. Mittlerweile ist er auch als Sirup erhältlich und zwar überall dort, wo es Lebensmittel gibt.

Stevia

Stevia rebaudiana ist eine aus Südamerika stammende Pflanze, aus der das Süßungsmittel Steviosid gewonnen wird, welches die 300fache Süßkraft von normalen Zucker hat. Deswegen ist Stevia nur in verdünnter Form erhältlich und kann trotzdem noch sehr sparsam dosiert werden. Es wirkt sich auf den Blutzuckerspiegel überhaupt nicht aus, hat kaum Kalorien, wirkt karieshemmend, ist das perfekte Süßungsmittel für eine Diät und das gesündeste natürliche Süßungsmittel überhaupt.

Der Verkauf von Stevia war in der gesamten EU bis Dezember 2011 verboten, aufgrund einer falschen Studie. Die Studie wurde von dem Süßstoff-Hersteller Monsanto finanziert, der den Süßstoff Aspartam verkaufte. Irgendwann wurde bemerkt, dass sie falsch war. In Japan gibt es Stevia bereits seit den 70er Jahren und nimmt 40 % des Süßstoffmarktes ein.

Meine Erfahrungen mit Stevia sind sehr positiv, aber leider schmeckt es nicht mit allen Lebensmitteln und auf die Dosierung kommt es auch an. Stevia gibt es als Pulver, Tropfen und Tabs mittlerweile überall zu kaufen, wo es Lebensmittel gibt.

Yaconsirup

Yacon ist eine Pflanze aus Südamerika und wird dort bereits seit Jahrhunderten als Nahrungs- und Heilpflanze verwendet. Aus der Wurzel können Sirup und Pulver als Süßungsmittel hergestellt werden. Da die Yaconwurzel einen hohen Anteil an süß schmeckenden löslichen Ballaststoffen hat, erhöht Yacon weder den Blutzuckerspiegel noch das Gewicht. Somit ist Yacon für Diabetiker geeignet, fördert die Darmgesundheit, hilft beim Abnehmen und enthält obendrein noch Mineralstoffe.

Yaconsirup schmeckt ähnlich wie Honig und ist etwas dünnflüssiger. Erhältlich im Internet, im Reformhaus und Bio-Laden.

Xylit (=Birkenzucker)

Nicht nur aus der Zuckerrübe lässt sich Zucker herstellen, sondern auch aus Holzrinden. Xylit, auch Birkenzucker genannt, ist bereits seit mehr als 100 Jahren bekannt. Anders als der Name es vermuten lässt, wird Birkenzucker nicht nur aus Birkenrinden, sondern auch aus Buchenrinden und Mais hergestellt. Bereits um 1890 isolierte der französische Chemiker Bertrand sogar einen Xylitsirup aus Getreidehalmen. Xylit kommt in der Natur in vielen Früchten, Gemüse, Getreide und Bäumen vor. Auch der Mensch produziert in der Leber täglich zwischen 5-15 g Xylit. Somit ist Xylit für den Körper kein Fremdstoff und kann im Normalfall gut verwertet werden.

Trotz aller Natürlichkeit ist es ein sogenannter Zuckeraustauschstoff, der bei übermäßigen Verzehr abführend wirken kann. Die Faustregel lautet 0,5 g Xylit pro kg Körpergewicht täglich sollte am Anfang nicht überschritten werden. Ist der Körper an Xylit gewöhnt, sind auch 150 g am Tag kein Problem. Das sind im Übrigen auch die einzigen eventuellen Nebenwirkungen und deshalb folgt Xylit dem Stevia als gesundes Süßungsmittel. Wir hatten von Anfang an keine Probleme und könnten ohne ihn gar nicht mehr leben. Xylit ist das einzige Süßungsmittel, das sich eins zu eins mit Zucker austauschen lässt, genauso aussieht und vor allem haargenau gleich schmeckt.

Aber nun erst einmal zu den gesundheitlichen Vorteilen. Xylit wirkt sich kaum auf den Blutzuckerspiegel aus, so dass er für Diabetiker geeignet ist. Zudem hat er 40 % weniger Kalorien als normaler Haushaltszucker und ist vor allem ein basisches Süßungsmittel. Xylit ist ein sehr wirksames Mittel gegen Karies, so dass er auch in Zahnpasta verwendet wird. Du nach dem Essen einen Teelöffel Xylit in den Mund nehmen, eine Minute damit spülen (durch den Speichel löst er sich gleich auf) und danach wieder ausspucken oder einfach runterschlucken. Kariesbakterien und Plaque werden dadurch beseitigt und die Produktion von zahnschädigenden Säuren gestoppt. Für unterwegs und abends auf dem Sofa mache ich Xylitbonbons mit Fruchtaroma. Das Rezept findest Du hier Xylit-Fruchtbonbons

Wichtig zu wissen ist, dass er für Hunde (liegt am Insulinspiegel) tödlich ist, während Katzen ihn problemlos vertragen, so dass er sogar Katzenzähne pflegen kann!

Xylit ist genauso wie normaler Haushaltszucker zum Backen, Kochen und in der kalten Küche geeignet, mit zwei Ausnahmen, er karamellisiert nicht und für Hefeteige darf er auch nicht verwendet werden. Der Grund ist einfach, Xylit tötet nicht nur Kariesbakterien, sondern auch Hefebakterien.

Xylit bekommt man auch unter dem Namen Birkenzucker im Internet, Reformhaus, Bio-Laden und Drogerie. In Online-Supermärkten hat er auch schon Einzug gehalten, deswegen wird er bestimmt schon bald im Supermarkt zu finden sein. Beim Kauf sollte man darauf achten, dass er auch wirklich aus Holzrinden hergestellt ist, denn mittlerweile gibt es schon alternative kostengünstigere Herstellungsmöglichkeiten.

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