Ist Dinkel wirklich gesund oder nur ein Trend?

Selbst im Discounter ist schon seit langem Dinkelmehl erhältlich – aber Achtung! Beim Kauf von günstigem Dinkelmehl kann Weizen enthalten sein – gleich mehr dazu.

Lange Zeit war Dinkel in Vergessenheit geraten. Vor mehreren tausend Jahren bereits in Ägypten angebaut kam er durch Völkerwanderung ca. 500 n.Chr. nach Deutschland.

Dinkel ist eine Weizenart und gehört zu den Spelzgetreiden. Die Spelzhülle ist eine Schutzhülle, mit der das Korn umgeben ist. Vor der Verarbeitung muss diese Hülle entfernt werden. Aus diesem Grund ist Dinkelmehl teurer als Weizenmehl!

Die Spelzhülle schützt das Dinkelkorn

Da man mit Weizen bedeutend höhere Erträge erzielen konnte, geriet Dinkel im Zuge der Industrialisierung in Vergessenheit. Zum Glück schätzen Bio-Landwirte die Vorzüge von Dinkel, da er das perfekte Getreide für die Bio-Landwirtschaft ist. Dinkel ist sehr robust, wetterbeständig, wächst auf kargen Böden bis 1000 Meter Höhe, verträgt keinen Kunstdünger und kann deshalb sogar in Wasserschutzgebieten angebaut werden. Die Spelzhülle schützt das Korn vor Schädlingen, Pilzen und Umwelteinflüssen, während Weizen ohne chemische Pflanzenschutzmittel die Ernte nicht erleben würde. Der Mineralstoff-, Vitamin- und Eiweissanteil im Dinkel ist auch höher als im Weizen. Das Dinkelgluten ist ein anderes wie das Weizengluten und bedeutend verträglicher.

Die verschiedenen Ausführungen beim Dinkelmehl

Dinkelmehl gibt es, wie das Weizenmehl auch, in verschiedenen Ausführungen. Beim Vollkornmehl wird das ganze Korn gemahlen, während beim Weissmehl die Randschicht entfernt wird, wo die meisten Mineralstoffe sitzen. Die Typenzahl sagt aus, wieviel Mineralstoffe noch im Mehl enthalten sind. Das hellste Dinkelmehl ist Type 630, dann kommt Type 812, Type 1050 und zum Schluss das Dinkelvollkornmehl. Natürlich ist die Vollkornvariante immer die gesündeste, aber beim Dinkel sind die Mineralstoffe gleichmäßer im gesamten Korn verteilt als beim Weizen. Dort sitzen die Mineralstoffe fast ausschließlich in der Randschicht. Somit ein weiterer Vorteil von Dinkel.

Dinkelmehl ist nicht immer zu 100% Dinkel

Dinkelmehl ist leider nicht immer zu 100% auch wirklich Dinkelmehl. Es kommt durchaus vor, dass Dinkel mit Weizen gekreuzt wird, um höhere Erträge zu erwirtschaften. Deshalb ist von günstigen Dinkelmehlen abzuraten, denn dann isst man bis zu 50 % eingekreuzten Weizen mit. Eine Kennzeichnungspflicht gibt es hierfür leider nicht, so dass man sich auf gute Bio-Qualität verlassen muss!

Backen mit Dinkel

Dinkelmehl eignet sich sehr gut zum Backen, allerdings kann man Weizenrezepte nicht einfach mit Dinkemehl austauschen. Dinkel neigt zum Trockenbacken und deshalb muss stets mit ausreichend Flüssigkeit gearbeitet werden. Das Dinkelgluten ist nicht so umempfindlich wie das Weizengluten. Mit einem etwas anderen Umgang in der Herstellung erzielt man aber genauso perfekte Ergebnisse.


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